Kapitel 3 — Abteilung für Künstliche Ressourcen

Personalrekrutierung und Onboarding vs. Agentenaufbau

Personalrekrutierung und Onboarding vs. Agentenaufbau

In der Welt des Personalwesens ist die Rekrutierung eine der ersten Aufgaben.

Wenn ein Bedarf entsteht, öffnet das Unternehmen eine freie Stelle und sucht jemanden, der diese Rolle übernehmen kann.

Es werden Lebensläufe entgegengenommen, Kandidaten werden interviewt und aus den verfügbaren Optionen wird die am besten geeignete Person ausgewählt.

Dieser Prozess ist durch das Angebot begrenzt.

Das Unternehmen stellt keine Kandidaten her, sondern wählt lediglich aus vorhandenen Kandidaten aus.

Nach der Einstellung folgt das Onboarding.

Der neue Mitarbeiter muss das Unternehmen, seine Prozesse, Regeln und Kultur verstehen.

Er erhält Materialien, lernt in der Praxis und verbessert mit der Zeit seine Leistung.

Schauen wir uns nun die Welt der künstlichen Ressourcen an.

Hier ist die Logik eine andere.

„Rekrutierung“ im herkömmlichen Sinne gibt es nicht.

Sie warten nicht auf Lebensläufe.

Stattdessen bauen Sie den Agenten, den Sie benötigen.

Die Beschränkung besteht nicht mehr im Angebot an Kandidaten, sondern in der Klarheit, mit der Sie das Problem und die Rolle dieses Agenten definieren.

Daher ist der Agentenaufbau gleichbedeutend mit Rekrutierung und Onboarding zugleich.

Sie „stellen“ den Agenten nicht einfach ein, Sie erstellen ihn mit bereits definierter Rolle, Zielsetzung und Ausgangskontext.

Zu diesem Zweck können Sie spezielle Frameworks wie CrewAI verwenden, mit denen Sie Agenten und sogar Agententeams strukturieren können.

Diese Konstruktion hat eine technische Ebene, aber der zentrale Punkt liegt in der Definition.

Vor jeder Umsetzung ist es notwendig, sich über den Bedarf im Klaren zu sein.

Welches Problem muss gelöst werden?

Soll diese Aufgabe von einem Menschen, einem Agenten oder einem Hybridteam übernommen werden?

Mit dieser Entscheidung beginnt der Bau.

Und diese Konstruktion folgt einigen grundlegenden Elementen:

  1. Identität: Sie geben dem Agenten einen Namen und einen Titel. Dies hilft, Ihr Verhalten innerhalb des Systems zu organisieren und zu steuern.
  2. Ziel: Was muss der Agent tun? Welches Ergebnis soll es liefern?
  3. Hintergrund: Es ist der Kontext, der bestimmt, wie der Agent denken und sich verhalten soll. Ein generalistisches Modell kann viele Themen beantworten, aber wenn Sie die Rolle leiten (z. B. einen Rechtsanalysten oder einen Finanzspezialisten), ändert sich der Fokus.
  4. Eingabe und Ausgabe: Was erhält der Agent? Und was muss er liefern? Diese Definition vermeidet generische Antworten und macht die Arbeit vorhersehbarer.
  5. Tools und Speicher: Tools ermöglichen dem Agenten die Interaktion mit externen Systemen. Das oft als Nachschlagewerk strukturierte Gedächtnis ermöglicht ihm die Nutzung unternehmensspezifischer Informationen wie Dokumente, Prozesse und interne Regeln.

Hier kommt das Äquivalent zum Onboarding ins Spiel.

So wie ein neuer Mitarbeiter Materialien erhält und lernt, wie das Unternehmen funktioniert, benötigt auch der Agent diesen Kontext, um ordnungsgemäß zu arbeiten.

Der Unterschied besteht darin, dass dieser Zugriff für den Agenten unmittelbar und kontinuierlich ist.

Sehen wir uns ein praktisches Beispiel an:

Stellen Sie sich vor, Sie benötigen einen Agenten, der rechtliche Verträge prüft.

Du könntest es so bauen:

  • Name: ContractBot
  • Position: Rechtsanalyst
  • Ziel: Verträge analysieren, Risiken identifizieren und Verbesserungen vorschlagen
  • Hintergrund: Abschluss in Rechtswissenschaften, mit 10 Jahren Erfahrung im Bereich Handelsverträge
  • Eingabe: Verträge im Textformat
  • Ausgabe: Bericht mit Risikoanalyse und Verbesserungsvorschlägen
  • Tools: Zugriff auf das Vertragsmanagementsystem des Unternehmens
  • Speicher: Wissensdatenbank mit Vertragsvorlagen, Standardklauseln und relevanter Rechtsprechung

Mit dieser Konstruktion „beauftragen“ Sie einen Rechtsanalysten nicht einfach nur, sondern bereiten ihn darauf vor, seine Rolle effizient und im Einklang mit dem Unternehmenskontext auszuüben.

Daher ist die Erstellung eines Agenten nicht nur die Konfiguration eines Tools.

Es geht darum, eine Rolle innerhalb des Unternehmens klar zu definieren.

Und je klarer diese Definition ist, desto besser ist das Ergebnis.

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